Allergologie

Von Heuschnupfen bis Asthma bronchiale

In der Allergologie beschäftigen wir uns insbesondere mit den Allergenen, die auf die Atemwege einwirken und hierdurch einen Heuschnupfen oder ein allergisches Asthma bronchiale auslösen können. Nachfolgend erfahren Sie unter anderem, welche Krankheitsbilder in unserer überörtlichen, fachübergreifenden Gemeinschaftspraxis behandelt werden und welche Diagnose- und Therapieverfahren an den einzelnen Standorten zum Einsatz kommen. Bei Fragen, die über den Inhalt dieser Seiten hinaus gehen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Krankheitsbilder

Sarkoidose

Gutartige Granulomatöse Erkrankung im Bereich der Lymphknoten und /oder der Lungenwurzeln, welche auch die gesamte Lunge befallen kann. Ein Befall anderer Organe oder der Gelenke ist ebenfalls möglich.

Die einfache Form der Sarkoidose heilt häufig ohne medikamentöse Therapie ab. Findet man einen Befall des Lungengewebes, so ist häufig eine medikamentöse Therapie mit Cortison erforderlich.


Tuberkulose

Die Tuberkulose ist eine weltweit verbreitete bakterielle Infektionskrankheit, die durch verschiedene Arten von Mykobakterien verursacht werden kann und beim Menschen am häufigsten die Lungen befält.

Wichtigstes diagnostisches Kriterium ist die Röntgenaufnahme der Lunge. Die Erkrankung kann in der Regel gut mit Medikamenten behandelt werden. Behandlungsdauer in der Regel 6-9 Monate.


Exogen-allergische Alveolitis (EAA)

Durch das Einatmen von organischen Stäuben kommt es zu einer entzündlichen Veränderung der Lungenbläschen. Hierdurch wird der Austausch von Sauerstoff gestört und es kommt zu einer zunehmenden Luftnot.

Wird das auslösender Allergen gemieden, kann sich die Erkrankung vollständig zurückbilden. Bei chronischen Verläufen kommt es zu einer dauerhaften Störung des Sauerstoffaustoffaustausches.


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Pulmonale Hypertonie

Pulmonale Hypertonie ist gekennzeichnet durch einen zunehmenden Anstieg des Gefäßwiderstandes und einen Anstieg des Blutdrucks im Lungenkreislauf mit der häufigen Folge einer Rechtsherzschwäche. Die Patienten leiden unter stark eingeschränkter körperlicher Leistungsfähigkeit, Kreislaufstörungen und Müdigkeit.


Bronchialkarzinom | Lungenkarzinom

Unter einem Bronchialkarzinom (auch: Lungenkarzinom) versteht man eine bösartige Neubildung in den Bronchien oder in den Bronchiolen. Das inhalative Zigarettenrauchen ist der mit Abstand wichtigster Risikofaktor für die Entstehung eines Bronchialkarzinoms. Andere Ursachen sind zum Beispiel beruflich bedingt (Arbeiten mit Asbest oder Chrom).

Typische Symptome gibt es nicht. Die Patienten klagen über anhaltenden Husten (manchmal mit Blutbeimengungen zum Sekret) Luftnot, Brustschmerzen, nächtliches Schwitzen oder über eine unklare Gewichtsabnahme.

Die Diagnostik erfolgt in der Regel bildgebend mittels Röntgenaufnahme und Computertomographie (CT), darüber hinaus ist eine feingewebliche Sicherung unerlässlich. Hierzu wird meistens eine Lungenspiegelung (Bronchoskopie) mit Probenentnahme durchgeführt.

Die Klassifikation der Erkrankung erfolgt nach einer feingeweblichen Aufarbeitung der gewonnenen Proben (u.a. Adenokarzinom, Plattenepithelcarcinom, großzelliges Karzinom, kleinzelliges Karzinom). In Abhängigkeit der Ausbreitung des Tumors und des feingeweblichen Ergebnisses erfolgt die Behandlung (z.B. Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie).

Trotz aller Bemühungen ist die Prognose des Bronchialkarzinoms insbesondere in den fortgeschrittenen Stadien auch weiterhin sehr schlecht. Ein frühzeitiges Erkennen der Erkrankung ist daher für die Heilungschancen sehr wichtig.


Interstitielle Lungenerkrankungen

Als interstitielle Lungenerkrankungen bezeichnet man eine Gruppe von Lungenerkrankungen, bei denen eine entzündliche Reaktion im Bereich des Lungengewebes abläuft. Diese Reaktion führt zu einem Umbau des Lungengewebes in Bindegewebe.

Der Austausch von Sauerstoff wird dadurch erheblich behindert. Führendes Zeichen der interstitiellen Lungenerkrankungen ist die Luftnot.


Asthma bronchiale

Das Asthma bronchiale ist eine chronisch, entzündliche Erkrankung der Atemwege mit einer dauerhaft bestehenden Überempfindlichkeit. Bei entsprechend veranlagten Personen führt die Entzündung zu anfallsweise auftretender Luftnot einer Verengung der Atemwege.

Bei einem Teil der Patienten findet man eine Allergie als Auslöser für die Atemwegsverengung (allergisches Asthma). Bei manchen Patienten finden sich keine Allergien (so genanntes intrinsisches Asthma) darüber hinaus gibt es Mischformen.

Nicht alle Patienten mit einem Asthma bronchiale kommen mit dem Symptom der Luftnot, manche Patienten berichten über wiederkehrende Infekte der oberen Atemwege die häufig verlängert verlaufen, bei einem Teil unserer Patienten ist das einzige Symptom ein anhaltender Husten.

Ursache für das Asthma bronchiale ist eine chronisch entzündlich veränderte Schleimhaut. Hierbei handelt es sich nicht um eine bakterielle oder virale Entzündung. Man geht von einer körpereigenen Entzündungsreaktion aus, wobei sich das Immunsystem geben die eigenen Zellen in der Bronchialschleimhaut richten.

Da es sich um eine chronisch entzündliche Erkrankung handelt, wird das Asthma bronchiale in der Regel mit inhalierbaren Kortisonpräparaten behandelt, darüber hinaus kommen bronchialerweiternde Substanzen zum Einsatz.


Asthma bronchiale | Bäckerasthma

Bei diesen Patienten besteht in der Regel eine Allergie gegen Mehle, die nach Inhalation zu einer Verengung der Atemwege führt. In der Regel handelt es sich um Patienten, die in einer Bäckerei oder Konditorei tätig sind. Außerhalb ihres beruflichen Umfeldes sind sie häufig beschwerdefrei. Es handelt sich hierbei um eine berufsbedingte Erkrankung. Bei sicherem Nachweis erfolgt die Anerkennung über die Berufsgenossenschaften.


Asthma bronchiale | Belastungsinduziertes Asthma

Diese Patienten berichten nur über Beschwerden, wenn sie sich stark körperlich belasten (zum Beispiel beim Sport). Die erfolgt häufig nur eine symptomatische Behandlung mit einem bronchial erweiternden Medikament.


Asthma bronchiale | Isocyanatasthma

Hierbei handelt es sich um eine allergische Reaktion auf Isocyanate. Diese werden in der Kunststoffindustrie verarbeitet. Es handelt sich hierbei um eine anerkannte Berufserkrankung.


COPD

Die "Chronisch obstruktive Lungenerkrankung" oder englisch "chronic obstructive pulmonary disease (COPD)", ist eine Erkrankung, die mit einer Verengung der Atemwege einher geht. Anders als bei Patienten mit einem Asthma bronchiale führt hier eine Inhalation mit bronchial erweiternden Substanzen nur zu einer unvollständigen Rückbildung der Atemwegsverengung.

Die Patientin klagen über Luftnot, Husten, vermehrten Auswurf. Die Erkrankten sind in der Regel älter als 40 Jahre, der überwiegende Anteil von Ihnen hat jahrelang inhalativ Zigaretten geraucht. Je nach Schweregrad der Erkrankung ist die Lebenserwartung eingeschränkt. Ein Verzicht auf das inhalative Zigarettenrauchen verhindert das Fortschreiten der Erkrankung.

Behandelt wird die Erkrankung mit inhalativen Substanzen, die die Atemwege erweitert. In den höheren Stadien kommen auch inhalative Kortisonpräparate zum Einsatz.


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Lungenemphysem

Als Lungenemphysem wird eine Überblähung der kleinsten luftgefüllten Strukturen der Lungenbläschen (Alveolen) bezeichnet. Es stellt den gemeinsamen Endpunkt einer Reihe von chronischen Lungenerkrankungen dar.

Eine häufige Ursache ist das langjährige inhalative Zigarettenrauchen. Beim Lungenemphysem ist der Austausch von Sauerstoff über die Lungenbläschen gestört, so dass weniger Sauerstoff über die Lunge in den Körper gelangt. Die Patienten berichten über eine zunehmende Luftnot anfangs unter Belastung, später auch in Ruhe.

Sowohl diagnostische als auch therapeutisch ist eine Ursachenforschung wichtig. Die Behandlung erfolgt unter Berücksichtigung der Ursache. Das inhalative Zigarettenrauchen muss vollständig eingestellt werden. Die Therapie orientiert sich an der Grunderkrankung (zum Beispiel: Behandlung der COPD). Ansonsten ist die Behandlung symptomatisch (zum Beispiel Einleitung einer Sauerstofflangzeittherapie) operative Verfahren (Lungenverkleinerung) oder endoskopische Verfahren (Einsatz von Ventilen ins Bronchialsystem) können zu einer Verbesserung der Lebensqualität führen.


Heuschnupfen

Die allergische Rhinokonjunktivitis oder auch Heuschnupfen genannt, ist durch eine entzündliche Reaktion der Nasenschleimhäute und der Augenbindehaut bedingt. Ursächlich hierfür ist eine immunologische Reaktion mit Sensibilisierung gegen Umweltallergene (Gräserpollen, Birkenpollen, Hausstaubmilben etc.). Typische Reaktionen des Körpers sind Rötung der Augen, Jucken und Niesen.

Die Erkrankung beginnt häufig in der frühen Kindheit und führt oft jahrelang zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität. Das Vorkommen der Erkrankung nimmt in den letzten Jahren stetig zu, wobei die Ursachen multifaktoriell sind. In der Diagnostik ist es wichtig zu wissen, gegen welche Allergene der Patient sensibilisiert ist.

Bei manchen Sensibilisierungen (Katzenhaare, Hundehaare) kann eine Allergenkarenz zu einer vollständigen Beschwerdefreiheit führen. Bei vielen Allergenen (Gräserpollen, Birkenpollen (Windbestäuber)) ist eine Allergenkarenz jedoch nicht möglich. Hier erfolgt die Therapie ist symptomatisch zum Beispiel mit Antihistaminika oder mit lokal wirksamen Kortisonpräparaten.

Eine ursächliche Behandlung ist bei manchen Patienten möglich. Mit der so genannten Hyposensibilisierung (Therapiedauer etwa 3 Jahre) wird versucht „das Immunsystem in eine andere Richtung zu lenken, so dass es sich nicht mehr mit dem Allergenen beschäftigt“. In Abhängigkeit der jeweiligen spezielen Situation kann eine Hyposensibilisierung als orale Therapie (sogenannte SLIT; sublinguale Immuntherapie) oder subcutane Therapie (sogenannte SIT; subcutane Immuntherapie) durchgeführt werden. Signifikannte Erfolge können bei 50-70% der Patienten erzielt werden.



Diagnose und Therapie

Labor

Allergologielabor

Spezielle labormedizinische Untersuchung zur Diagnostik von Allergien


Prick-Test

Klassischer Hauttest zur Diagnostik von Allergien. Um zu klären, ob eine Sensibilisierung vorliegt, werden verschiedene Testsubstanzen werden auf die Haut aufgebracht.



IGeL

Stickoxidmessung in der Ausatemluft

NO (Stickoxid) wird in den tiefen Atemwegen freigesetzt, wenn dort Entzündungsprozesse ablaufen. Vor allem bei Asthma ist dieser Vorgang ausgeprägt nachweisbar. Die NO-Messung bietet in der Asthmatherapie erstmals die Möglichkeit, den Grad der Entzündung durch einen einfachen Atemtest zu bestimmen. Die Therapie z. B. mit entzündungshemmendem, inhalativem Cortison kann somit gut gesteuert werden.


Atteste, Bescheinigungen, Gutachten

Einfache Bescheinigung
ohne Untersuchung ohne Angabe von Diagnosen

Formulargutachten
ohne Untersuchung (zum Beispiel Reiserücktrittsversicherung)

Ausführliche Krankheitsberichte, Widersprüche
zum Beispiel Kuren, Versorgungsämter etc.

Gutachten
zum Beispiel für Anwälte oder Versicherungen, mit Angaben zu Anamnese, Befund, Diagnose, gegebenenfalls MdE oder GdB-Prognose, 

Gesundheitsbescheinigung
ohne Untersuchung (Einstellung, Wiederaufname, Kindergarten, Schule etc.)

Gesundheitbescheinigung
mit orientierender Untersuchung

Gesundheitsbescheinigung 
mit aufwändiger Untersuchung (gegebenenfalls zuzüglich Labor, EKG etc.)

Sporttauglichkeitsatteste
inklusive Beratung