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Unterkieferprotrusions-Schienen

Autor: Dr. med. Wiebke Dohrn | 02. März 2017

Unterkieferprotrusions-Schienen
Konkurrenz für die CPAP-Therapie?

Die CPAP-Therapie ist der Standardbehandlung der obstruktiven Schafapnoe. Durch mehrere Jahrzehnte Erfahrung mit dieser Therapieform weiß man, dass durch sie die Atemaussetzer in der Nacht verhindert werden, die Schlafqualität steigt und sich so das Risiko für Herzkreislauferkrankungen (wie Herzinfarkte und Schlaganfälle) normalisiert. Dennoch gibt es immer Patienten, die diese Positivdrucktherapie nicht tolerieren oder als unkomfortabel empfinden. Für sie könnten Unterkieferprotrusionsschienen (UPS) eine Alternative darstellen. Hierbei handelt es sich um eine Art „Zahnspange“, welche zur Nacht eingesetzt wird. Sie umfasst sowohl den Ober- als auch den Unterkiefer und verlagert diesen nach vorne, so dass das Zusammenfallen der Halsweichteile verhindert wird. Atemaussetzer können so nicht mehr auftreten.

Zu beachten ist jedoch, dass die UPS nur unter bestimmten Bedingungen zum Einsatz kommen kann. Zum einen muss eine sogenannte „obstruktive Schlafapnoe“ vorliegen, das heißt, dass die Atemaussetzer durch das Zusammenfallen der Halsweichteile im Schlaf bedingt sind. Bei einer „zentralen Schlafapnoe“, wo in der Nacht kein Atemsignal durch das Atemzentrum im Gehirn gesendet wird, kommen sie nicht in Frage. Zudem darf der Befund der obstruktiven Atemaussetzer nicht schwergradig sein (Apnoe-Hypopnoe-Index <30/Stunde) und das Verhältnis von Körpergröße zu Gewicht, der sogenannte Body-Mass-Index (BMI) sollte 30 kg/m² nicht überschreiten.

Beachtet man diese Voraussetzungen, so sollte zunächst ein schlafmedizinisch ausgebildeter Zahnarzt konsultiert werden, um zu entscheiden, ob der Kiefer die Voraussetzungen für eine Anpassung erfüllt. Ist auch dies gegeben, so kann eine individuelle Schienenanfertigung erfolgen. Im Rahmen einer polysomnographischen Kontrolle im Schlaflabor kann dann der Therapieerfolg dokumentiert werden. Da diese Therapie im Verhältnis zur CPAP-Therapie relativ neu ist und nicht viele Langzeitstudien existieren, übernehmen nicht alle Krankenkassen die Kosten für die UPS. Kommt diese Therapie in Frage, so sollte vorab mit der Krankenkasse die Kostenübernahme geklärt werden. Andernfalls sind die Kosten durch den Patienten selbst zu tragen.

In unseren Schlaflaboren beraten wir Sie gerne zu diesem Thema.



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